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Ökologie und Ökonomie sprechen also für Stromsparen.
Und warum eigentlich nicht mit Hilfe von Energiesparlampen ?
Früher hatten Sie vielleicht auch mal so einen: einen PKW ohne Kat und mit einem Normverbrauch von 15 Litern. Aber wo gibt es den heute noch? Vermutlich auf dem einen oder anderen Gebrauchtwagenmarkt, und zwar spottbillig. Sollte man da nicht noch schnell so ein Schnäppchen kaufen? Noch besser zwei oder drei dieser Billigmodelle, auf Vorrat? Bevor das allerletzte abgewrackt ist?
Absurd? Genau dies geschieht zur Zeit mit den veralteten Glühlampen.
Ein Begriff kommt wieder, den man mit (Nach-)Kriegszeiten verbindet und der in Deutschland zusammen mit der DDR-Mangelwirtschaft endgültig untergegangen schien: Hamsterkäufe.
Jetzt plötzlich wird wieder gehamstert: Glühlampen! Baumärkte melden 20 bis über 100 Prozent Nachfragezuwachs. Wer „Hamsterkäufe“ googelt, findet bei 40 der ersten 50 Treffer den Zusammenhang mit Glühlampen.
Und warum? Schuld ist mal wieder Europa: „Die EU hat die Glühlampe verboten“, heißt es vereinfachend. Tatsächlich hat die EU festgelegt, dass Haushaltslampen (so wie viele andere Elektrogeräte auch) bestimmte Minimalanforderungen an die Energie-Effizienz erfüllen müssen. Und diese Anforderungen sind mit dem technisch total veralteten Produkt „Glühlampe“ einfach nicht zu erfüllen. Deshalb müssen zwischen dem 1. September 2009 und dem 31. August 2016 die alten Energieschleudern schrittweise aus den Regalen verschwinden (--> die genauen Termine finden Sie hier).
Eine sinnvolle Alternative zur alten Glühbirne steht seit Jahren zur Verfügung: die „Energiesparlampe“ (und ein noch besseres Produkt ist in seiner Entwicklung schon weit vorangeschritten: die LED-Lampe).
Aber plötzlich läuft eine Protestwelle gegen diese Energiesparlampe durchs Land (übrigens: vor allem durch Deutschland und Österreich; andere EU-Länder sind da längst weiter, die Schweiz sowieso). Die ganzen alten, längst widerlegten Vorurteile (siehe unten) gegen die Sparlampe werden wieder aufgewärmt: da wird pauschal von „Lampen-Schwindel“ schwadroniert; Radio Bremen titelt in BLÖD-Zeitungs-Manier: „Energiesparlampen machen dumm“; ein Europapolitiker spricht laut Focus vom „Glühlampen-Sozialismus“. Und alle berufen sich gern auf die Zeitschrift Öko-Test, die nach einem umstrittenen Test zu dem Fehlurteil kam: ,,Energiesparlampen sind kein wirklicher Fortschritt“ (und dafür von vielen Fachleuten heftig kritisiert wurde --> s. u.).
Dabei wurde der entscheidende Vorteil der Energiesparlampen fast verdrängt: sie werden ihrem Namen gerecht, denn sie sparen Energie, und zwar kräftig!
Die Stiftung Warentest bescheinigt ihnen „hohe Ersparnis“: „viele verbrauchten während der Nutzungsphase weniger als ein Fünftel des Stroms, den vergleichbar helle Glühlampen benötigen“; einige brauchten gar nur ein Sechstel; fast alle blieben unter einem Viertel.
Das heißt: die häufig genannten Einsparquoten von 80 % werden von der Stiftung Warentest bestätigt. Demnach kann man herkömmliche Glühbirnen bei gleicher Helligkeit durchSparlampen mit folgenden Wattzahlen ersetzen:

Nun wird häufig argumentiert: Für Licht im Haushalt werde ohnehin nur wenig Energie verbraucht. Woanders sei das Sparpotential viel höher (beim Autofahren, bei der Heizung, bei der Beleuchtung von Fußballstadien …). Das ist zweifellos alles richtig!
Nur: auch Kleinvieh macht Mist. Oder besser: auch kleine Lampen helfen, großen Dreck zu vermeiden.
Allein durch verstärkten Einsatz von Energiesparlampen ließen sich in Deutschland locker vier Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Oder mindestens ein Atomkraftwerk abschalten --> Beispielrechnung.
Auch in finanzieller Hinsicht machen Sparlampen ihrem Namen alle Ehre: sie sparen ihrem Nutzer nicht nur Strom, sondern auch Geld - und das, obwohl der Anschaffungspreis einer guten (!) Sparlampe deutlich über dem einer herkömmlichen Glühbirne liegt.
Warum die Sparlampe trotzdem günstiger ist, erfahren Sie hier.
Das Argument, Energiesparlampen seien teuer, verkehrt sich also bei genauerer Betrachtung in sein Gegenteil. Ähnliches gilt für die meisten der anderen Nachteile, die den Sparlampen zugeschrieben werden, und die meist aus der Frühzeit dieser Technologie stammen, als es tatsächlich noch – inzwischen längst ausgemerzte – „Kinderkrankheiten“ gab:
Energiesparlampen vertragen auch häufiges Schalten:
FALSCH ist:
Energiesparlampen vertrügen häufiges Ein- und Ausschalten nicht und verbrauchten viel Strom zum „Warmwerden“ –
in Wirklichkeit:
können viele der heutigen Energiesparlampen problemlos auch für Kurzzeitnutzung (Flure, Toiletten, Außenbeleuchtung … ) eingesetzt werden ... mehr ...
Der Stromverbrauch beim Start ist nicht übermäßig hoch:
FALSCH ist:
das Vorheizen der Elektroden verursache einen hohen Stromverbrauch; überhaupt bräuchten die Starter von Sparlampen übermäßig viel Strom –
in Wirklichkeit:
verursacht weder das Vorheizen der Elektroden noch das Starten überhaupt einen wesentlichen Mehrverbrauch von Strom ... mehr ...
Auch Sparlampen geben gemütliches Licht:
FALSCH ist:
das Licht von Energiesparlampen sei kalt, wirke ungemütlich –
in Wirklichkeit:
gibt es heute ein breites Spektrum von Energiesparlampen, die unterschiedliche Anforderungen an die Lichtöne erfüllen ... mehr ...
Sparlampen verursachen keine übermäßige Strahlenbelastung:
NICHT BEWIESEN ist:
dass von Sparlampen eine gesundheitsschädliche Strahlung ausgeht –
anzunehmen ist:
dass die Strahlenbelastung durch Sparlampen nicht höher ist als durch andere haushaltsübliche Elektrogeräte, einschließlich Glühlampen ... mehr ...
Sparlampen sind k e i n e Quecksilberschleudern:
FALSCH ist:
dass Sparlampen unsere Umwelt mit dem gefährlichen Schwermetall Quecksilber verseuchen.
RICHTIG ist allerdings:
dass Sparlampen konstruktionsbedingt geringe Mengen Quecksilber enthalten, dass man deshalb besonders sorgfältig mit ihnen umgehen sollte und sie als Sondermüll entsorgen muss;
RICHTIG ist aber auch:
Sparlampen gibt es in großer Vielfalt:
FALSCH ist:
Sparlampen seien hässlich, eigneten sich nicht zum Dimmen, nicht für draußen -
in Wirklichkeit:
gibt es Sparlampen inzwischen in einer Vielzahl von Formen, auch in der gewohnten Kugelform, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein müsste; außerdem gibt es sie für ein breites Spektrum von technischen Anforderungen, so z. B. auch dimmbare Lampen oder kälteverträgliche Exemplare für die Außenbeleuchtung ... mehr ...
Nach gründlicher Betrachtung der gängigen Vorurteile gegenüber Energiesparlampen bleiben allenfalls noch zwei Nachteil, die aber durch die ökologischen und ökonomischen Spar-Vorteile weit aufgewogen werden:
1. Der Quecksilbergehalt der Sparlampen erfordert erhöhte Vor- und Umsicht:
Eine ausgebrannte und erst recht eine zerbrochene Sparlampe kann man nicht so einfach in die graue Tonne werfen, wie eine Glühbirne. Mit Hilfe unserer Verhaltens- und Entsorgungs-Tipps ist aber auch dies ein beherrschbares Problem.
2. Der richtige Einsatz der richtigen Sparlampe am richtigen Ort verlangt den "mündigen Verbraucher":
Beim Kauf einer herkömmlichen Glühbirne musste man nur zweierlei beachten: die richtige Dimensionierung des Schraubsockels (wobei für die Haushaltspraxis nur zwei Varianten von Bedeutung waren: E14 für sog. Kerzenlampen und die "Normalversion" E27) und die für den jeweiligen Verwendungszweck erforderliche / gewünschte Wattzahl.
Dagegen lohnt es sich beim Kauf von Sparlampen, gezielt die geeignete Lampe für den jeweiligen Verwendungszweck auszuwählen (kurze oder lange Schaltintervalle, "warmes" oder Tageslicht, für draußen oder drinnen ....).
Das ist - zugegeben - etwas aufwendiger. Mit unseren Entscheidungshilfen (--> in Kürze hier) sollte Ihnen aber auch das nicht allzu schwer fallen.