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Parklandschaft Friedrichstal

Eines der anspruchsvollsten städtebaulichen Vorhaben der zurückliegenden wie der kommenden Monate ist die Wiederherstellung und Aufwertung der Parklandschaft Friedrichstal, deren II. Bauabschnitt jetzt ansteht.  

Historische Stadtachse und ökologisch wertvoller Grünzug

Die zahlreichen Baudenkmäler und hochwertige Grünanlagen entlang dieser historischen Stadtachse zeugen vom großen kulturellen Reichtum, wie er sich über Jahrhunderte in Detmold entwickelt hat. 

Das Schloss mit seinem Park, die historische Altstadt, der Friedrichstaler Kanal, die Allee, das Neue Palais und das Mausoleum – jedes dieser Erbstücke ist bereits für sich ein Kleinod. Zudem reihen sich diese historisch-kulturellen Zeugen wie die Perlen an einer Kette entlang der Kanäle Detmolds. So bilden sie eine komplexe historische Stadtachse, die Parklandschaft „Friedrichstal“ mit ihrer spannenden Geschichte.

Was einst mit dem --> Vorbild Versailles begonnen hatte, ist heute nicht nur Kulturerbe, sondern auch ein --> ökologisch bedeutsamer Grünzug als wichtiges Element des Lebensraums Stadt.

Wieder-Aufwertung des historischen Erbes

Vielfältige Veränderungen im Lauf der Jahrhunderte hatten zu Brüchen und Defiziten geführt. Im Vorfeld des für Detmold bedeutsamen „Jubiläumsjahres 2009“ erschien die Parklandschaft Friedrichstal „überwuchert“ und „verwildert“, und die einst repräsentative Wasserachse mit ihrem Zielpunkt war kaum mehr zu erkennen.

Der Fachbereich Stadtentwicklung hat daher eine Aufwertung und Weiterentwicklung dieser einmalige Synthese von Landschaft und Baudenkmälern vorgeschlagen; und der Rat der Stadt Detmold hat am 30.08.2007 in öffentlicher Sitzung die Umsetzung der baulichen Maßnahmen für den I. Bauabschnitt beschlossen und weitere Maßnahmen für einen II. Bauabschnitt in Aussicht gestellt  (--> Planungen ). 
Die zuständigen städtischen Gremien haben durch erste Beschlüsse den Weg zu einer erneuerten Parklandschaft Friedrichstal freigemacht.

Einweihung 1. Bauabschnitt: "Feiern und flanieren"

Der I. Bauabschnitt wurde am 19.04.2009 unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit eingeweiht: Hunderte von Detmolder Bürgerinnen und Bürgern nahmen die ehemalig-gräfliche „Lustmeile“ in Besitz ... mehr

Mit den Maßnahmen des I. Bauabschnittes an der Ameide sowie zwischen Willy-Brandt-Platz und Oberer Mühle wurden wichtige städtebauliche und gartendenkmalpflegerische Mängel behoben. Zwischen Bruchberg und Landesmuseum wurde die Wasserfläche des Schlossgrabens und ihr Umfeld aufgewertet und besser erlebbar. Die Allee wird wieder als Promenade wahrgenommen; ein Stelensystem mit Informationen gibt an markanten Orten Einblicke in die historische Entwicklung der für Ostwestfalen einzigartigen wassergeprägten Stadtlandschaft.

II. Bauabschnitt

Nach der erfolgreichen Einweihung des I. Bauabschnitts liegt jetzt auch die Planung für den II. Bauabschnitt vor. Mit den vorgesehenen Maßnahmen zur Umgestaltung von Wallgraben und Mühlengraben soll die Gesamtmaßnahme komplettiert werden.

Parklandschaft für Detmolder Bürger

Grundsätzliches städtebauliches Ziel ist die durchgängige Erlebbarkeit des wassergeprägten Grünzuges vom Vorplatz des Landestheaters bis zur Oberen Mühle.

Vorbild für die Planung ist – einerseits - die historische Konzeption der Parklandschaft Friedrichstal als ehemals-fürstliche „Flaniermeile“. Andererseits soll ein im modernen Sinne erlebbarer Stadt-, Lebens- und Erholungsraum für die heutigen Detmolder Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden.

Dabei wurden schon im Planungsprozess neue Wege eingeschlagen:

Mühlengraben: Jugendliche planen Jugend-Treff

So sind bei der Umgestaltung der Platzfläche am Mühlengraben, zwischen Bruchberg und Spieker, auch Detmolder Jugendliche am Planungsprozess beteiligt worden.

Die jungen Detmolder hatten den Wunsch, an dieser Stelle einen offenen Treffpunkt für Jugendliche, wie auch für Schulklassen und andere Besuchergruppen zu schaffen. Die Attraktivität des Wassers sollte für den Besucher gesteigert und besser erlebbar gemacht werden. Durch eine geeignete Anordnung von Sitzstufen im Stile eines Amphitheaters sollte ein Aufenthaltsort entstehen, der zum längeren Verweilen einlädt.

Auf Basis dieser Vorschläge ist ein zum Bruchberg orientiertes Atrium zum Sitzen vorgesehen; der Belag wird erneuert, der Unterwuchs entfernt. Die drei Laubbäume bleiben erhalten und werden mit Stahlkanten gefasst. Die nördliche Schwelle im Mühlengraben wird verlegt, dadurch wird der Wasserstand angehoben – das Wasser wird besser erlebbar.

Wallgraben: städtebauliche Aufwertung

Der Bereich Wallgraben soll nach stadtgestalterischen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten umgestaltet werden. Bis Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts hatte es hier nur wenig Änderungen gegeben; in den letzten Jahrzehnten wurde der Bereich Wallgraben dagegen stark verändert. Die ehemals architektonische Ausprägung des Raumes mit einer durchgehenden Wegefläche bis an die privaten Grundstücksgrenzen ist einer eher kleinteiligen Gestaltung gewichen. Die Wasserfläche ist heute nur sehr eingeschränkt erlebbar, die Ufer mit ihren provisorisch gesetzten und zum Teil verrottenden Hölzern sind nicht mehr sicher. Die derzeitige Bepflanzung entlang des Kanals ist äußerst pflege- und damit kostenintensiv.

Es besteht daher ein hoher Sanierungsbedarf – sowohl

  • aus wasserbaulicher Sicht (dauerhafte und sichere Uferbefestigung)
  • aus städtebaulichen Überlegungen (Erlebbarkeit des gesamten Wasserensembles und der historischen Bausubstanz) als auch
  • aus wirtschaftlichen Gründen (Verringerung des Pflegeaufwandes).

In Zukunft sollen der Wall als Anliegerstraße und der Fußgängerweg entlang des Wallgrabens gemäß den historischen Vorbildern wieder als ein einheitlicher Straßenraum erkennbar sein. Dazu werden die vorhandenen Alleebäume bis auf wenige Ausnahmen erhalten (nur akut gefährdete und kranke Bäume müssen gefällt werden).

Durch eine Sanierung nach stadtgestalterischen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wird sich auch der Wallgraben harmonisch in die bereits aufgewerteten Bereiche von Ameide und Allee einfügen; so kann eine positive  städtebauliche Gesamtwirkung erzeugt werden.

Impressionen