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Information zum Neubau des zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB)

Die SVD und die Stadt Detmold gestalten gemeinsam den zentralen Omnibusbahnhof, die Bahnhofstraße und das Bahnhofsumfeld neu. Die Baumaßnahme ist von dem Ausschuss für Tiefbau und Immobilienmanagement, dem Haupt- und Finanzausschuss und dem Rat der Stadt Detmold beraten und beschlossen worden.
Es erfolgt ein umfangreicher Kanalbau und Straßenbau mit Herstellung von Beton- , Pflaster- und Asphaltflächen. Die Stadtwerke beabsichtigen, innerhalb des Baufeldes Fernwärmeleitungen und 10KV Kabel neu zu verlegen.

Für die umfangreichen Arbeiten im Bereich des ZOB, der Bahnhofstraße und des Bahnhofsvorplatzes wurde bei Baubeginn eine voraussichtliche Bauzeit von 1 ½ Jahren angesetzt. In der Woche nach den NRW Tagen 2012, in der dritten Juni Woche 2012 hat der Umbau des ZOB begonnen. Deutlich früher als bei Baubeginn angenommen, kann der ZOB voraussichtlich bereits nach den Sommerferien in Betrieb genommen werden.  

Mehr Informationen rund um die Baustelle gibt es auch im Geodatenportal unter dem Thema Straßenplanung, Maßnahme ZOB. Außerdem liefert eine Webcam am Bahnhof, mit Blickrichtung auf die Baustelle des ZOB, Live-Bilder.

„Grüne“ Betonflächen sollen Abgase in Detmold verringern

Beton, der bei Sonneneinstrahlung schädliche Abgase filtert und zu unschädlichen Salzen umwandelt – was klingt wie ein Science-Fiction-Szenario wird in Detmold bald Realität: Bei der Umgestaltung des Detmolder Busbahnhofs kommen Betonmaterialien zum Einsatz, die Stickoxide und andere Schadstoffe in der Luft abbauen. Bauingenieure der Hochschule OWL begleiten das Projekt.

Umweltverträgliche und nachhaltige Bauweise: Beim Neubau des Zentralen Omnibus Bahnhofs (ZOB) in Detmold werden innovative Betonwerkstoffe mit photokatalytischen Eigenschaften eingebaut. Dabei handelt es sich um Baustoffe, die durch Sonneneinstrahlung eine chemische Reaktion in Gang setzen oder beschleunigen. Einfach gesagt: Die Betonoberflächen sollen in Verbindung mit natürlichem UV-Licht – also mittels Sonnenstrahlen – Stickoxide aus den Abgasen der Busse in unschädliche Salze umwandeln. Diese Salze fließen  bei Regen in die Kanalisation ab. Das praxisorientierte Forschungsvorhaben wird von Professor Carsten Schlötzer vom Fachbereich Bauingenieurwesen der Hochschule OWL wissenschaftlich geleitet.

„Die Wirksamkeit solcher Betonoberflächen wurde bereits in verschiedenen Pilotprojekten untersucht“, so Schlötzer. „Im Labor konnte ein überragendes Ergebnis nachgewiesen werden: Ein großer Teil der Stickoxide wurde umgewandelt. Es ist jedoch ein Unterschied, ob das Verfahren unter Laborbedingungen oder direkt auf der echten Straße nachgewiesen wird“, so Schlötzer weiter. „Ob die Stickoxide wirklich maßgeblich reduziert werden hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise von Wind und Witterung, aber auch davon, mit was für anderen Stoffen der Beton in Berührung kommt.“

Die Wissenschaftler und Studierenden um Schlötzer begleiten zunächst den Bau der photokatalytisch aktiven Beton- und Pflasteroberflächen in den Fahrstrecken der Busse und in den Haltestellenbereichen. Darüber hinaus hat die Projektgruppe ein Messsystem entwickelt, um die Wirksamkeit der innovativen Betonoberflächen zu überprüfen. Dazu werden Flächen mit und ohne die besonderen photokatalytischen Eigenschaften verglichen. In eigens von der Stadt Detmold dafür gebauten Kanalschächten, die mit einem gestuften System ausgerüstet sind, wird der Niederschlag aufgefangen. Nach Regen oder künstlicher Bewässerung kann durch Analysen des aufgefangenen Wassers die Wirksamkeit der photokatalytisch aktiven Oberflächen auf einfache Weise messtechnisch überprüft und bewertet werden. Sind viele Salze im untersuchten Wasser, so hat die Betonoberfläche viele Stickoxide umgewandelt.

„Wir gehen hier neue innovative Wege, die über die allgemein anerkannten Regeln der Technik hinausgehen und setzen somit nachhaltige Maßstäbe für den Klimaschutz. Gleichzeitig unterstützen wir durch das Forschungsvorhaben an der Hochschule den Wissenschaftsstandort Detmold“, so der Beigeordnete Thomas Lammering.

Das innovative Verfahren wurde auf Initiative der Stadt Detmold in enger Absprache mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Nahverkehr Westfalen Lippe ausgewählt, um weitere Erfahrungen in der Praxis sammeln zu können. Bauherr ist die Stadt Detmold. Die ingenieurwissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt durch  die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Fachbereich Bauingenieurwesen und wird von der DBU mit rund 125.000 Euro gefördert. Bei der Messanalytik ist das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie in Schmallenberg als Kooperationspartner beteiligt.

„Stein der Weisen“ überzeugt – Auszeichnung für den Neubau des ZOB

Detmold. In Los Angeles wurden die Oscars verliehen, in Berlin die goldenen Bären – der Februar ist der Monat der Preisverleihungen. Jetzt durfte auch die Stadt Detmold bzw. stellvertretend ihr Beigeordneter Thomas Lammering in Berlin eine Trophäe entgegennehmen: als öffentlicher Auftraggeber wurde die Stadt Detmold für den Einsatz eines neuartigen Betons am zentralen Busbahnhof ausgezeichnet. Der „Stein der Weisen“, wie ihn Lammering augenzwinkernd in seiner Präsentation nannte, überzeugte die Fachjury, so dass sich das Detmolder Projekt in der Endausscheidung gegen so namhafte ‚Konkurrenten’ wie die KFW-Bankengruppe, die Max-Planck-Gesellschaft und die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg durchsetzte.

Die Betonwerkstoffe, die am Detmolder ZOB verbaut wurden, besitzen photokatalytische Eigenschaften, die durch die Zugabe Titandioxid erreicht werden. Die Betonoberflächen wandeln – dank dieser Beimischung – in Verbindung mit der Sonneneinstrahlung Stickoxide aus den Abgasen der Busse in unschädliche Salze um. Diese können dann durch Regenwasser in die Kanalisation abfließen. Ergebnis: Gerechnet am Schadstoffausstoß der täglich rund 800 Busse am ZOB ist eine Reduktion des jährlichen Ausstoßes von Stickoxiden um bis zu 40 Prozent möglich.

Der Stadt Detmold wurde jetzt als öffentlicher Auftraggeber für diese umweltschonende Lösung der Preis „Innovation schafft Vorsprung“ verliehen. Gemeinsam prämieren das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) mit dieser Auszeichnung die Beschaffung und die praktische Umsetzung von Innovationen. Für die Entwicklung und den Einsatz eines innovativen Beschaffungsprozesses wurde außerdem das Universitätsklinikum Bonn geehrt.

„Ich wünsche mir, dass über die beiden neuen Konzepte noch viel diskutiert wird, damit sich zahlreiche Nachahmer finden. Nur so können Innovationen ihre volle Wirkung entfalten“, betonte Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus anlässlich der Preisvergabe im Rahmen des „Tages der öffentlichen Auftraggeber“.

Die Stadt Detmold hat mit dem Umbau des ZOB eine beispielhafte Lösung gestaltet, die eine komfortable, barrierefreie und reibungslose Abwicklung des ÖPNV-Verkehrs ermöglicht, also leistungsstark die Mobilität der Bevölkerung sicherstellt, und gleichzeitig, Dank neuer Verfahren, die Umwelt schont und Gesundheitsrisiken verringert.

Ersatzhaltestellen

Für den Bau des ZOB ist es erforderlich, während der Bauzeit Ersatzhaltestellen für die Busse einzurichten. Eine Herstellung der Betonflächen mit gleichzeitigem Busverkehr innerhalb des Baufeldes ist nicht möglich.
Die Ersatzhaltestellen wurden in der östlichen Bahnhofstraße, in der Hermannstrasse und in der Sedanstraße eingerichtet. Für die Ausstiegshaltestellen der Regionalbuslinien müssen die Parkbuchten an der südlichen Fahrbahn der Bahnhofstraße entfallen. Die Buchten und die Grünfläche wurden provisorisch als Bushaltestellen hergestellt. Die Taxis müssen von der vorherigen Wartefläche auf die südliche Seite der Bahnhofstraße verlagert werden. Die östliche Bahnhofstraße ist als Einbahnstraße mit Fahrtrichtung von der Paulinenstraße in Richtung Hermannstraße eingerichtet. Für die entfallenden Parkplätze sollen die Parkplätze in der Hermannstraße im Abschnitt von der Bahnhofstraße bis zur Bismarkstraße nur noch für Bewohner und nicht mehr als frei bewirtschaftete Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Gewerbetreibenden müssen ihre Besucher bitten die Parkplätze am Kaiser-Wilhelmplatz oder Kronenplatz zu nutzen.

Die Ersatzhaltestellen werden alle von der Paulinenstraße aus angefahren. Dieses bedeutet im Abschnitt von der Bismarkstraße bis zur Bahnhofstraße zusätzliche Busfahrten auf der Paulinenstraße. Da die Paulinenstraße in der Innenstadt während der Hauptverkehrszeiten bereits ohne die Baumaßnahme stark belastet ist, kann es zu Verspätungen im Busfahrplan kommen. Wir bitten unsere Fahrgäste bereits jetzt um Verständnis.

Nutzung der Stellplätze

Für die Einrichtung der Ersatzhaltestellen entfällt der überwiegende Teil der in diesen Bereichen vorhandenen Pkw-Stellplätze. Die Stellplätze in der Hermannstraße in den Buchten zwischen den Bäumen bleiben erhalten. Diese werden nicht mehr bewirtschaftet und stehen nur noch für die Bewohner zur Verfügung. Weitere Ersatzstellplätze können nicht zur Verfügung gestellt werden, es besteht jedoch die Möglichkeit auf dem Kronenplatz einen Stellplatz zu vergünstigten Bedingungen anzumieten. Über die Nutzungskonditionen informiert Sie gerne die Stadtverkehr Detmold GmbH (SVD) unter der Telefonnummer 977-787.

Informationen während der Bauarbeiten

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Herbst 2013 beendet sein. Während der ganzen Zeit können Sie sich über die Planungen informieren.

Die Firma STRABAG aus Lemgo führt die Bauarbeiten im Auftrag der SVD und der Stadt Detmold durch. Das Baubüro befindet sich im Pavillon rechts neben dem Bahnhof. Hier stehen wir für Sie bei Fragen oder Problemen rund um die Baumaßnahme zur Verfügung. Zeiten, wann das Baubüro besetzt ist, finden Sie an dem Pavillon.

Ansprechpartner bei Rückfragen ist Detlef Wehrmann, der unter 05231 / 977-497 zu erreichen ist.