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„Was bleibt“ – zentrale Gedenkfeier im Grabbe-Gymnasium
Detmold. „Was bleibt“ lautet die Überschrift zur zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar im Grabbe-Gymnasium. „Ganz bewusst wird bei dieser Aussage auf ein Fragezeichen verzichtet“, erläutert Lehrer Steven Förster beim Pressegespräch im Detmolder Rathaus die Intention eines Schwerpunktes der Gedenkveranstaltung, die am 27. Januar ab 17 Uhr in der neuen Aula durchgeführt wird. Was bleibt den Überlebenden des Holocaust: Geblieben sind zum Beispiel Bücher, „keine leichten Pakete“, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse beschäftigt haben und die ihnen die Möglichkeit eröffnete, sich mit einem wesentlichen Bestandteil der Identität deutsch-jüdischer Immigranten in Israel auseinanderzusetzen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Präsentation der Erkenntnisse aus Zeitzeugengesprächen mit Erna und Ruth de Vries, die Schülerinnen und Schüler der Israel-AG geführt haben.
Wie schon seit 15 Jahren gute Tradition in Detmold, werden auch in diesem Jahr verschiedene Veranstalter rund um den Gedenktag ein vielschichtiges Programm zum Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus organisieren. Den Anfang macht der Antifaschistische Arbeitskreis mit einer Informationsveranstaltung zur neonazistischen Szene in Ostwestfalen-Lippe am 23. Januar ab 19:30 Uhr im kleinen Festsaal der Stadthalle. Es folgt ein Zeitzeuginnengespräch mit Juliane Zarchi aus Kaunas / Litauen in der Stadtbücherei Detmold am 25. Januar ab 19:30 Uhr. Der Chor „cantus novus“ unter der Leitung von Hermann Jansen setzt seine musikalische Reihe zum Gedenktag mit einem Konzert „Tehelim-Gesang des Herzens und Trost der Psalmen“ am 28. Januar ab 19:30 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche fort.
Am 15. Februar liest der Autor Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal auf Einladung der Buchhandlung Kafka & Co aus seinem Buch „Europa erfindet die Zigeuner“ in der Erlöserkirche am Markt. Der Film „Return – die Rückkehr des Fred Sondermann nach Horn“ zeigt am 17. Februar den Besuch eines jüdischen Emigranten in seine alte Heimatstadt Horn im Jahr 1969. Am 12. März liest Gudrun Mitschke-Buchholz aus Interviews mit antisemitisch verfolgten Jugendlichen: „Das waren die grauen Jahre meiner Jugendzeit“. Die Lesung wird im Rahmen der Ausstellung „Jugend im Nationalsozialismus“ im Landesarchiv NRW / Abteilung OWL stattfinden. Die Ausstellung wird gezeigt vom 31. Januar bis zum 29. März in den Räumen des Landesarchivs. Eine zweite Ausstellung mit dem Titel „Nein zu Hitler“ wird am 2. Februar um 19 Uhr in der VHS Detmold mit einem Vortrag von Prof. Arno Klönne eröffnet und zeigt bis zum 2. März die Geschichte der Sozialdemokratie und freien Gewerkschaften in Verfolgung, Widerstand und Exil von 1933-1945. Das komplette Programm mit allen wichtigen Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen liegt in den städtischen Einrichtungen aus und steht im Internet unter www.detmold.de. Bei Fragen steht die städtische Pressereferentin Petra Schröder-Heidrich als Ansprechpartnerin unter der Telefonnummer 05231 / 977-646 zur Verfügung.

„Doppelt verfolgt-Überleben des Holocaust“
Detmold. „Doppelt verfolgt-Überleben des Holocaust“ ist ein Zeitzeugengespräch tituliert, das am Mittwoch, dem 25. Januar ab 19:30 Uhr in der Stadtbücherei Detmold stattfindet.
Auf Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. und der Stadt Detmold, sowie unterstützt durch das Maximilial-Kolbe-Werk, berichtet Juliane Zarchi über ihr Schicksal während und nach dem Holocaust.
Juliane Zarchi wurde als Tochter einer Deutschen aus Düsseldorf und eines litauischen Juden 1938 in der kleinen Provinzstadt Uckmerge geboren. Als Dreijährige kommt sie elternlos in das jüdische Ghetto von Kaunas, aus dem sie wieder herausgeschmuggelt werden kann. Während sie mit ihrer Mutter und Großmutter den Zweiten Weltkrieg überlebt, werden der Vater und seine jüdische Familie umgebracht. Als „deutsche Faschisten“ stigmatisiert werden Juliane Zarchi und ihre Mutter nach Kriegsende von den sowjetischen Truppen nach Tadschiskistan verschleppt und kehren erst nach 16 Jahren in die litauische Heimat zurück. Das Zeitzeugengespräch ist eine Veranstaltung, die im Rahmen des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus organisiert wird. Das komplette Programm steht auch unter www.detmold.de
“Tehelim - Gesang des Herzens und Trost der Psalmen“
Im Zusammenhang mit dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus veranstaltet die Detmolder Chorgemeinschaft „cantus novus“ unter der Leitung von Hans Hermann Jansen am Samstag, den 28. Januar 2012 um 19.30 Uhr in der Kath. Pfarrkirche Heilig Kreuz, Am Schubertplatz 10 ein Chor- und Orgelkonzert.
Das Zitat von Dietrich Bonhoeffer aus dem Gefängnis in Berlin-Tegel "den Psalter lese ich wie seit Jahren täglich. Es gibt kein Buch, das ich so kenne und liebe wie dieses..." ist Anlass, sich intensiver mit dem Buch der Psalmen zu beschäftigen, der im jüdischen und christlichen Glauben verankert ist.
Unter dem Titel „Tehelim - Gesang des Herzens und Trost der Psalmen“ erklingen Psalm-Vertonungen von Felix Mendelssohn, Leonhard Bernstein, Franz Schubert und zwei Werke des Detmolder Komponisten Walter Steffens aus der Orgelsymphonie Le Cantique des Cantiques (2004). Als Vokalsolisten wirken Judith Nabel und Eva Thalmann, Sopran, Luba Schetinin, Alt mat. An und an der Schuke-Orgel: KMD Dr. Friedhelm Flamme.
Der Eintritt ist frei, es wird am Ausgang um eine Spende zur Deckung der Unkosten gebeten.