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"Tatmotiv Ehre" - Ausstellung zum Thema ehrbezogene Gewalt im Detmolder Rathaus

Detmold. „Tatmotiv Ehre“ – vom 4. bis zum 14. Juni ist im Detmolder Rathaus unter diesem Titel eine Ausstellung zu sehen, die sich mit ehrbezogener Gewalt auseinandersetzt. Die Wanderausstellung der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES wird mit einem Vortrag der deutsch-kurdischen Schriftstellerin Sonja Fatma Bläser am 4. Juni um 16 Uhr eröffnet.

Bekannt wurde Sonja Fatma Bläser durch ihr autobiografisches Buch „Hennamond – Mein Leben zwischen zwei Welten“, in dem sie über Ehrenmord und Zwangsverheiratung schreibt und von ihrer Sehnsucht nach einem eigenständigen Leben erzählt. Für ihr gesellschaftspolitisches Engagement, ihre ehrenamtliche Beratungsarbeit im Verein Hennamond und ihren Kampf gegen Zwangsheirat und Ehrenmord wurde sie im Februar dieses Jahres mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Was bedeutet Ehre? Wie definiert sich Ehre in verschiedenen kulturellen Traditionen? Und warum wird der Ehrbegriff so oft herangezogen, um Gewalt gegen Frauen zu rechtfertigen? – Diesen Fragen stellt sich die Ausstellung. Sie beschäftigt sich mit den Ursachen ehrbezogener Gewalt und stellt zugleich die Notwendigkeit vor Augen, sich gegen Gewalt im Namen der Ehre zu engagieren.

„Bereits jetzt haben sich so viele Klassen für die Führungen zu der Ausstellung angemeldet, dass für die Gruppenangebote nur noch wenige Plätze frei sind“, erklärte Regina Homeyer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Detmold, „das zeigt uns auch, wie wichtig dieses Thema ist und, dass es einen hohen Informations- und Gesprächsbedarf gibt.“

Gezeigt werden Fotos und Plakate, persönliche Berichte von betroffenen Frauen und von Frauen, die sich für einen Veränderung der traditionellen Frauenrolle weltweit einsetzen. „Die Ausstellung ist sehr berührend, weil sie authentisch diese wichtige Aufgabe aktueller Frauenrechtsarbeit dokumentiert“, so Homeyer. „Wir wollten die Ausstellung länger in Lippe an verschiedenen Orten zeigen“, erklärten Regina Pramann und Susanne Weishaupt von der Gleichstellungsstelle des Kreises Lippe und der Stadt Lemgo, „daher haben wir sie gemeinsam organisiert“. Im Foyer des Rathauses ist die Ausstellung, die in Detmold Teil der Veranstaltungsreihe Prävention „Gewalt im Namen der Ehre“ ist, immer montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr zu sehen. Ab dem 15. Juni wird die Ausstellung dann im Lemgoer Rathaus gezeigt.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier!

Detmolder Mädchenmesse

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Detmold organisiert jährlich in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, dem Netzwerk Lippe, FAIR – Beratungs- und Koordinationsbüro, den städtischen Jugendzentren und Paulines Töchter e.V. die Detmolder Mädchenmesse.  Bei der Messe stehen Informationen über Berufe in handwerklich-technischen Bereichen im Mittelpunkt, die von Aus­bildungsbetrieben vorgestellt werden. Mädchen ab der 8. Klasse können sich aus erster Hand informieren und berufs­praktische Übungen ausprobieren. Der Eintritt ist frei. Es wird herzlich zu der Messe am 10.07.13 in der Zeit von 9:00 – 13.30 Uhr in der Stadthalle Detmold eingeladen!

Detmolder Jungenmesse

Seit 2010 findet parallel zur Mädchenmesse die Detmolder Jungenmesse statt, bei der „jungenuntypische“ Berufe vorgestellt werden. Der Jungenpädagoge des städtischen Jugendamtes und die Agentur für Arbeit organisieren die Jungenmesse mit Unterstützung der Gleichstellungsstelle. Das Netzwerk Lippe ist Mitveranstalter. Das Angebot richtet sich an Jungen ab der 8. Klasse, auch zu dieser Veranstaltung wird herzlich eingeladen. Sie findet ebenfalls am 10.07.2013 in der Zeit von 9 – 13.30 Uhr im Hangar 21, Charles-Lindbergh-Ring 10 in Detmold statt.

Aktuelles

Veranstaltungsreihe zur Gewaltprävention „Gewalt im Namen der Ehre"

Ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben ist leider nicht für alle Mädchen und Frauen eine Selbstverständlichkeit. Gewalt in der Familie, die aufgrund eines kulturell begründeten Ehrbegriffs begangen wird, ist auch in Detmold und Lippe Realität. Um so wichtiger ist es, Fachkräfte zu schulen, Betroffenen zu helfen und Informationen zu geben.

Veranstaltungsreihe Prävention

Fachtag "Die verletzte Ehre"

Fachtag "Macht Ehre Schule"

Fachtag "Mädchen aus Zuwandererfamilien"