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„Weiterleben im Exil“
Unter dem Titel „Weiterleben im Exil“ stehen die diesjährigen Veranstaltungen rund um den 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht die zentrale Gedenkfeier am 27. Januar um 17 Uhr in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule.
Am Anfang der Veranstaltung steht eine von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 und 13 gespielte Theaterszene, die zeigt, wie brutal, kalt und planmäßig Menschen während der NS-Zeit ausgegrenzt wurden. Anschließend erinnert der Literaturkurs des Jahrgangs 12 an sechs jüdische Menschen, die eine Verbindung nach Lippe haben und rechtzeitig aus dem Nazi-Deutschland fliehen konnten. Sie beleuchten mit ihren Biografien die unterschiedlichen Facetten des Lebens im Exil. Schülerinnen und Schüler des Faches „Darstellen und Gestalten“ (Jahrgang 10) interpretieren Momente des Exils künstlerisch und die Kunstkurse der Oberstufe setzten mögliche Inhalte von Reisekoffern berühmter jüdischer Exilanten bildnerisch um. Im zweiten Teil der Veranstaltung möchten 60 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrganges das Thema vorsichtig aktualisieren, nicht relativieren, aber sensibilisieren. Im Foyer der Gesamtschule zeigen sie die Ausstellung „Wer sind wir?-Woher kommen wir?“ und schlagen damit den Bogen zur Gegenwart, in der sich niemand mehr ausgestoßen und ausgegrenzt fühlen möchte.
Programm rund um den 27. Januar
Zwei Ausstellungen, Konzerte, Vorträge und Lesungen, ein Gottesdienst der evangelisch-reformierten Kirche in Berlebeck sowie eine Filmmatinee beinhaltet das Gesamtprogramm rund um den 27. Januar. Die Ausstellung „Nirgendwo und Überall zu Haus“ von Martin Doerry und Monika Zucht zeigt Porträts von Holocaust-Überlebenden und ihre Geschichte. Sie ist bereits seit Mitte Dezember in der Aula der Geschwister-Scholl-Gesamtschule zu sehen und wird noch bis Ende Februar gezeigt. Martin Doerry, stellvertretender Chefredakteur des SPIEGEL wird persönlich in einer Veranstaltung am Dienstag, dem 15. Februar ab 17 Uhr in der Gesamtschule über seine Gespräche mit den Überlebenden berichten und mit einer polnische Zeitzeugin ein Interview führen.
Eine weitere Ausstellung wurde jetzt im Rathaus am Markt eröffnet: „9.11.1938-Reichspogromnacht in Ostwestfalen-Lippe“. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen Ereignisse, Täter und Opfer vom 9. November 1938 in OWL, eingebettet in das Geschehen des „Wendejahres 1938“ und mit Ausblicken auf die Aufarbeitung nach 1945 durch die bundesdeutsche Justiz, durch Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur sowie moderne Formen des Antisemitismus. Die Ausstellung ist zu sehen von montags bis donnerstags von 8-17 Uhr und freitags von 8-13 Uhr im Rathaus am Markt.
Einen Gottesdienst „Erinnern und Gedenken“ gestalten am Sonntag, dem 23. Januar um 10 Uhr der Kirchenchor, Konfirmandinnen und Konfirmanden in der evangelisch-reformierten Kirche in Berlebeck. Die Predigt hält der EKD-Referent für Gottesdienst und Kirchenmusik Dr. Stefan Goldschmidt aus Hannover. Ein Chorkonzert am gleichen Ort handelt „Von fremden Menschen und Ländern“ am 25. Januar um 20 Uhr. Gemeinsam singen und spielen die Chorgemeinschaft Cantus Novus, Julio Arancibia am Klavier, Andrew Garsdon (Gitarre) und das Percussion-Ensemble der Johannes-Brahms-Schule.
Am 30. Januar um 18 Uhr laden die Stadt Detmold und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu einer Lesung mit Musik in das Rathaus am Markt ein. Ullrich Holle liest aus einem fiktiven Briefwechsel zwischen zwei Freunden (Jude und Nazi) mit dem Titel „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor. „Aus der Versenkung geborgen“ - Die Patientenakten der Heil-und Pflegeanstalt Lindenhaus in Lemgo stehen im Mittelpunkt zweier Vorträge am 31. Januar um 19:30 Uhr im Landesarchiv NRW, Abteilung OWL. Die Filmwelt Detmold zeigt am Sonntag, den 6. Februar im Rahmen einer Filmmatinee um 11 Uhr das Drama „Zug des Lebens“. Der ab 6 Jahre freigegebene Film handelt von der jüdischen Bevölkerung eines rumänischen Dorfes, die, um der drohenden Deportation zu entgehen, einen Eisenbahnzug organisieren und den NS-Schergen die eigene Verschleppung vorspielen.
In der Stadtbücherei Detmold liest am Dienstag, dem 8. Februar Frank Meier unter dem Titel „Scherben aus Porzellan“ aus Werken von drei ostwestfälischen jüdischen Dichterinnen. Mit einem Vortrag von Gudrun Mitschke-Buchholz zur Geschichte der Detmolder Familie Herzberg im Spiegel der Korrespondenz von 1939-1942 endet die Veranstaltungsreihe am 25. Februar um 19:30 Uhr im Haus Münsterberg an der Hornschen Straße 38.