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Sommerfrische im Land des Hermann

Lustwandeln im Palaisgarten mit der ganzen Familie. Als Klassik - Open - Light luden die diesjährigen "Sommerkonzerte im Palaisgarten" ein zu einem Bad in Tönen und Lichtern

Als in diesem Jahr die Sommerferien in Lippe und NRW begannen, war ist es Zeit zu Lustwandeln. Im Land des Hermann starteten für alle Daheimgebliebenen und Gäste Stunden voller verzauberter Momente. Und für jeden war etwas dabei. Ob jung oder alt, ob Single oder Familie – Sie wurden für drei Tage Teil eines stimmungsvollen Ambientes mit unterhaltsamem Musikprogramm vom 17.07.-19.07.2009. Der herrlich schattige und von Wasserspielen durchzogene Barockgarten verwandelte sich an diesem Wochenende in ein Meer aus Tönen und Lichtern.

Es passierte viel: Der Philharmonische Chor Lippe, die Hochschule für Musik Detmold und die Koordinatoren des Hermannbüros – Lippe Tourismus & Marketing AG stellten im Rahmen des Internationalen Kulturprogramms Hermann 2009 ein hochkarätiges Programm international renommierter Solisten und Chöre zusammen. An diesem Wochenende begegneten wir Künstlern, deren Lieder um die Welt gehen und die weltweit ein großes Publikum bewegen, gleichzeitig aber haben fast alle ihre Wurzeln in Lippe. Auch das Land NRW  fasste ein Ziel ins Auge, nämlich die Wasserspiele des fast 7,5 ha großen„hortus conclusus“ (geschlossener Garten) zu restaurieren. Es wurden im Jahr 2008 fast eine Million Euro investiert. Nicht zuletzt tauchten die Profis der Firma Flash Art den Park in mysthische Lichtwelten. Nie zuvor wurde im Palaisgarten eine so riesige Bühne aufgebaut, denn für die einzelnen Aufführungen waren bis zu 180 Musiker präsent.

Es waren drei Tage der Extraklasse. Denn was konnte die Verbindung zwischen der Ausstellung „MYTHOS – 2000 Jahre Varusschlacht“ im Lippischen Landesmuseum und dem „Internationalen Kulturprogramm Hermann 2009“ besser repräsentieren als die Musik!  Die Musik spielte im Varusjahr 2009 als internationale Sprache gerade an diesem Wochenende eine alles entscheidende Rolle. Und die hochkarätigen Musikdarbietungen außerhalb eines Konzerthauses in der Natur zu erleben hatte einen ganz besonderen Reiz. Auch wenn das Wetter nicht immer so mitmachte, wie man sich dies gewünscht hätte, erklangen von Freitag bis Sonntag Stimmen und Instrumente, die tief unter die Haut gingen und ein Stück Musikgeschichte sehr unterhaltsam inszenierten.

 
 
Und das war los:

Freitag, 17.07.2009,  Internationales Chorfestival

Oratorium „Arminius“ op. 43 von Max Bruch

Nach 2 Stunden Chorgesang internationaler Chöre aus Lettland, Litauen, Polen und aus Deutschland folgte um 21 Uhr der absolute Höhepunkt des Festivals. Es kam zur Aufführung des 1875 uraufgeführten Oratoriums Arminus von Max Bruch. Die Ausführenden waren: Philharmonischer Chor Lippe – Chór Akademicki Politechniki Szczecinskiej im. prof. Jana Szyrockiego – Sänger des MGV Liedertafel Werther – Jeanette Giese, Mezzosopran – Andre Lenardi, Tenor – Joachim Goltz, Bariton – Christoph Grohmann, Orgel – Folkwang Kammerorchester Essen – Leitung: Volker Schrewe

Insgesamt waren 106 Sängerinnen und Sänger, die Solisten sowie das Folkwang Kammerorchester Essen gemeinsam auf der Bühne. Das Hermannsdenkmal, von seinem Erbauer Ernst von Bandel als Arminiussäule bezeichnet, und das Oratorium Arminius von Max Bruch aus demselben Jahre sind aus dem gleichen Zeitgeist entstanden. Uraufgeführt im Einweihungsjahr des Denkmals 1875, befasst sich das Oratorium mit dem Thema aus der Sicht des späten 19. Jahrhunderts. Dass wir am Freitag dieses Oratorium, ein historisch interessantes Stück Musikgeschichte von hoher musikalischer Qualität, gemeinsam mit dem Chor der Technischen Universität Stettin (Polen) und im Rahmen des VII. Internationalen Chorfestivals aufführen konnten, war ein großer Fortschritt in der Verständigung der Völker.

Samstag, 18.07.2009, Deutsch-Italienische Operngala

Mit einer glanzvollen Operngala unter freiem Himmel wurde während der Sommerkonzerte im Palaisgarten ein Feuerwerk schöner Stimmen abgebrannt. Mehr als 60 Musiker aus der Hochschule für Musik Detmold und der aus Italien kommenden  „Scuola di Musica di Fiesole“ manifestierten mit dieser Operngala deutsch-italienische Freundschaft auf eine beeindruckende Weise. Auf der festlich beleuchteten Bühne erscheinen dabei Krenare Gashi (Shooting Star des Bertelsmann-Wettbewerbes „Neue Stimmen“ 2008), Dshamilja Kaiser (gefeierte Mezzosopranistin der Städtischen Bühnen Bielefeld und wie Frau Gashi Absolventin der Detmolder Hochschule), Zoran Todorovich (Tenor der Sonderklasse, Gast der größten europäischen Opernhäuser, darunter das Royal Opera House Covent Garden London) und last not least der Bassist Lars Woldt (ehemaliger Studierender der HfM Detmold und 2009 Gast der Wiener Staatsoper). Als musikalischer Leiter und zugleich als Bindeglied zwischen unverstellter italienischer Operntradition und deutscher Musikausbildung fungierte Fabio Vettraino (Professor und Leiter der Opernabteilung der Hochschule für Musik Detmold).

Sonntag, 19.07.2009,  Big Band-Matinée

Mit einer fetzigen Big Band-Matinée ging das Festival „Sommerkonzerte im Palaisgarten“ am späten Morgen in die Schlussrunde. Die jungen Musikerinnen und Musiker um Prof. Oliver Groenewald laden schon seit vielen Jahren regelmäßig Jazzsolisten wie Clark Terry, Albert Mangelsdorff und Lew Tabackin als Gäste ein, und bildeten auch in diesem Konzert die klangprächtige Kulisse für zwei namhafte Größen der europäischen Big Band-Szene: Andy Haderer (Trompete) und Paul Heller (Saxophon). Beide Solisten sind Mitglieder der renommierten Big Band des Westdeutschen Rundfunks Köln, Haderer mit seinen 45 Jahren überdies Professor für Jazztrompete an der Musikhochschule Köln. Auf dem Programm standen Kompositionen und Arrangements von deutschen und internationalen Jazzlegenden wie Peter Herbolzheimer oder Dizzy Gillespie, die an dem Sonntagvormittag zum zünftigen Chill out einluden. 

„Packen Sie Ihren Picknickkorb, eine Decke oder eine kleine Gartentischgarnitur ein. Nehmen Sie am besten noch ein schönes Windlicht mit und lassen Sie sich im Palaisgarten nieder.“ hieß es vor der Veranstaltung – und viele folgten gerne.