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Inhaltsbereich | Hauptnavigation | Hilfe | Schnellsuche |Bei herrlichem Frühlingswetter strömten die Detmolder Bürgerinnen und Bürger auf der neu gestalteten Flaniermeile zur offiziellen Einweihung der „Parklandschaft Friedrichstal“ an der Oberen Mühle. Vor 300 Jahren hatte Graf Friedrich Adolf den Friedrichstaler Kanal für die Vergnügungen des absolutistisch-barocken lippischen Adelshauses angelegt (--> Parklandschaft Friedrichstal --> Geschichte).
In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Politik sowie von Kreis- und Landesbehörden übergaben der nordrhein-westfälischen Bauminister Lutz Lienenkämper und Detmolds Bürgermeister Rainer Heller jetzt der lippischen Öffentlichkeit die aufgewertete historische Stadtachse. Das Ensemble „vinorosso“ steuerte die passenden musikalischen Klänge bei, an denen sich vermutlich auch Gäste in barocken Zeiten begeistert hätten. Große Freude bereitete auch der eigens aus Düsseldorf angereiste Minister mit der Botschaft, dass vom Rhein ebenfalls bei den noch ausstehenden Arbeiten finanzielle Unterstützung für den Wasserweg vom Burggraben bis zum Willy-Brandt-Platz fließen wird. Denn nach 2009 gilt es, auch hier die Entschlammung des Wasserlaufs fortzusetzen, die Uferbefestigung zu erneuern und weitere Teile der begleitenden Promenade aufzufrischen.
Unter dem Motto „Feiern und Flanieren“ hatte der federführende Fachbereich Stadtentwicklung eingeladen, die neue „alte“ Parklandschaft wieder zu entdecken. Auch wenn das Flanieren angesichts der großen Besucherzahl zwischen Willy-Brandt-Platz und Inselwiese etwas erschwert war, ließen Tausende von Menschen aus Detmold und der weiteren Umgebung es sich nicht nehmen, die ehemals gräfliche "Lustmeile" nach der gut einjährigen Baumaßnahme wieder in Besitz zu nehmen.
Hunderte von Besuchern waren am Friedrichstaler Kanal unterwegs und nahmen die aufgefrischte Promenade wieder in Besitz:
Nach der Eröffnung: Auf dem Weg zum Rathaus, wo sich der Minister ins Goldene Buch einträgt: von rechts nach lilnks: Bürgermeister Rainer Heller, Bau- und Verkehrsminister Lutz Lienenkämper, Technischer Beigeordneter Dr. Volkmar Reinke, Ratsherr Friedrich Sundhoff
"Es bleibt noch einiges zu tun ..." - Bernd Zimmermann, Leiter der Stadtentwicklung, leistet beim Minister Überzeugungsarbeit


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Während der Ansprachen hatten sie Pause ...
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... aber vorher und nachher unterhielt das Ensemble Vinorosso das Publikum mit einer musikalischen Zeitreise
Bürgermeister Rainer Heller hat den Überblick

Und sie? Ob wohl auch sie Zeitreisende sind und noch aus der Zeit des Grafen Friedrich Adolf stammen?

„Mit dieser Einweihung feiern wir den Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten“, freut sich Bernd Zimmermann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung der Stadt Detmold. Im August 2006 hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung einen Grundsatzbeschluss zur Aufwertung der „Parklandschaft Friedrichstal“ gefasst. Nach Zusage einer Landesförderung aus dem Stadterneuerungsprogramm 2007 wurden die Gestaltungsmaßnahmen konkretisiert und das Landschaftsarchitekturbüro Wette + Küneke GbR aus Göttingen mit der Planung der Freianlagen des Projektes beauftragt. Parallel dazu erfolgte die Planung der wasserbaulichen Maßnahmen durch das Büro TECHNAQUA GmbH aus Schieder-Schwalenberg.
Die Aufwertung des Grünzuges entlang der Wasserläufe von der Oberen Mühle bis zum Theaterplatz erfolgte in verschiedenen Ausbauabschnitten.
Die im 1. Bauabschnitt durchgeführten Maßnahmen haben sich auf den hochwertigen Denkmalbereich zwischen Oberer Mühle und Willy-Brandt-Platz und den im Zuge der Veranstaltungen im Jahr 2009 stark frequentierten Platzbereich vor dem Landesmuseum konzentriert.
Der Gestaltungsbereich Ameide, der unabhängig von den wasserbaulichen Maßnahmen in einem ersten Schritt realisiert werden konnte, wurde bereits im Frühsommer 2008 fertig gestellt. Durch Reduktion der ursprünglich vorhandenen Elemente wie Bänke, Findlinge und Spielgeräte sowie durch Neuordnung des Baumbestandes ist ein großzügiger Platz entstanden, der harmonisch zum Neubau des Lippischen Landesmuseums überleitet. Als besonderes Gestaltungselement ist eine ca. 20 m breite vertiefte Aufenthaltsfläche entstanden, die bis an den Burggraben heranführt und die Besucher zum Verweilen einlädt. Weiterhin sind die unansehnlichen Mauerscheiben entlang des Burggrabens entfernt und durch neue Geländer ersetzt worden. Vom Theaterplatz bis zum Bruchberg wurden Bänke, Abfallbehälter und Beleuchtung erneuert.
Der denkmalgeschützte Abschnitt zwischen Willy-Brandt-Platz und Oberer Mühle, der sich über Jahrzehnte kaum verändert hat, wurde wesentlich verbessert und aufgewertet. Das Erscheinungsbild der Promenade ist nach historischen Vorbildern wieder hergestellt worden. Der von Fußgängern und Radfahrern genutzte Wegebereich zwischen den Baumreihen hat eine neue wassergebundene Wegedecke erhalten, wobei Teilbereiche des Weges gepflastert wurden. Die Allee hat beidseitig eine klare Begrenzung mit Einfassungen aus Naturstein erhalten. Zwischen dem Willy-Brandt-Platz und der Palaisstraße ist als zusätzliche Abgrenzung zwischen Weg und den angrenzenden Rasenflächen ein Knieholm nach historischem Vorbild gesetzt worden. Auch in diesem Gestaltungsabschnitt erfolgte eine Erneuerung sämtlicher Ausstattungselemente wie Bänke, Abfallbehälter und Lampen. Zudem wurden sämtliche Geländer im Bereich des Kanals gerichtet, zum Teil komplett erneuert und gestrichen.
Im Vorfeld der Freiflächenneugestaltung wurde der Friedrichstaler Kanal vollständig entschlammt. Der Einbau von Steinwalzen zur Stabilisierung der Uferböschungen betont gleichzeitig die Gradlinigkeit des Kanals in besonderem Maße.
Ein Schwerpunkt lag in der Neugestaltung der Umgebung der Oberen Mühle. Das Ende der Allee wird mit einem Platz definiert. Von hier führt eine Stufenanlage zum neu angelegten Teich, der vor allem aus gewässerökologischer Sicht entstanden ist. Die Speisung des Friedrichstaler Kanals soll künftig über den Teich mit sedimentfreiem Wasser aus der Berlebecke erfolgen. Das vorgeklärte Wasser fließt vom Teich durch eine Rohrleitung zur Mühle, durch das Mühlengebäude hindurch und anschließend in den Friedrichstaler Kanal. Da noch Reparaturen am Gebäude erfolgen müssen, wird derzeit das Wasser über eine Leitung südöstlich der Mühle dem Kanal zugeführt.
Die Stufenanlage zum Teich, der Strand mit den stilisierten Booten, die neu entstandene Weite der Wasserflächen mit den dahinter liegenden, vom Baumwuchs befreiten Feuchtwiesen bereichern die Aufenthaltsqualität an der Oberen Mühle erheblich. Gleichzeitig hat der Gebäudeeigentümer, die Krombacher Brauerei, die Terrasse für die Außengastronomie erneuern lassen. Der zugehörige Parkplatz wurde in Richtung Paderborner Straße verschoben und mit einer abgrenzenden Hecke eingegrünt. Ferner sind die Stellplätze mit Bäumen überstellt und neue Leuchten installiert worden.
Eine weitere Wasserbaumaßnahme war die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit von Berlebecke / Knochenbach durch die Anlage eines Fischpasses. Die Sohlhöhendifferenz zwischen der Brücke an der Oberen Mühle und dem Sohlabsturz ca. 150 m unterhalb der Brücke wird durch das ca. 125 m lange Umgehungsgerinne (Fischpass) überbrückt. Es sind somit günstige Aufstiegsbedingungen für Fische und Kleinorganismen geschaffen worden. Das Land NRW fördert diese Maßnahme zu 80 %.