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Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus

• 27. Januar 2009
„Totenstille“ Musik in Auschwitz – Instrument des Terrors und der Hoffnung
Zentrale Gedenkfeier am „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“
Realschule I
Beginn 17:00 Uhr
Veranstalter: Realschule I in Kooperation mit der Stadt Detmold

• 28. Januar 2009
"Kinderzeichnungen aus Theresienstadt"
Vortrag von Sarah Kass
Beginn: 19.30 Uhr
„SchlossWache“, Lange Straße 58, Detmold
Veranstalter: Kulturinitiative Detmold in Kooperation mit Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold, Arbeit und Lernen Detmold, Ökumenisches Friedensgebet Detmold und Studienkreis Deutscher Widerstand 1933 – 1945

• 30. Januar 2009
„ES IZ GEVEN A ZUMERTOG“–Das Wilnaer Ghetto im Spiegel seiner Lieder
Text-Musik-Collage mit Ulrich Raue und Roswitha Dasch
Aula „Alte Schule am Wall“
Beginn 19:30 Uhr – Eintritt: 5 Euro (Schüler und Jugendliche frei)
Veranstalter: Stadt Detmold

• 31. Januar 2009
„Auf den Spuren der NS-Zeit in Detmold“
Ein etwas anderer Stadtrundgang
Beginn: 15:00 Uhr – Treffpunkt: Landestheater
Veranstalter: Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold

• 1. Februar 2008
Kirchenkino „Die Fälscher“
Heilig-Kreuz-Kirche am Schubertplatz
Beginn: 20:00 Uhr
Veranstalter: Heilig-Kreuz-Kirche
Hinweis: Decken und Kissen dürfen mitgebracht werden!

• 3. Februar 2008
„Die Welle“ Das Buch zum Film
Lesung mit der Autorin Kerstin Winter
Stadtbücherei Detmold, Leopoldstraße
Beginn: 19:30 Uhr
Veranstalter: Stadtbücherei Detmold

• 5. Februar 2009 um 19:30 Uhr
Vortrag über das Leben und Werk von Paul Celan
Prof. Thomas F. Kirchhoff
Großer Sitzungssaal im Rathaus am Markt
Veranstalter: Buchhandlung Kafka in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. und der Stadt Detmold

• 10. Februar 2009
Vorstellung der Neuausgabe des deutsch/italienischen Buches "Rettung aus Venedig 1943-45. Jüdische Kinder fragen ihre Großeltern"
Geschwister Scholl Gesamtschule, Detmold
Beginn: 10:00 Uhr
Veranstalter: Verein „non dimenticare“ e.V. in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. Detmold und der Deutsch Italienischen Gesellschaft Lippe-Detmold e.V. Detmold

Veranstaltungshinweis der VHS Detmold

Die VHS wird im Rahmen des 27. Januar ein Begleitprogramm zur Ausstellung „Was damals Recht war ... „ Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht präsentieren. Die Ausstellung wird vom 15.2.-29.3.2009 im Historischen Museum Bielefeld gezeigt und dokumentiert die Schicksale von Angeklagten der NS-Militärjustiz. Ergänzt wird diese Berliner Ausstellung durch eine örtliche Initiative „Deserteure an der Heimatfront“, die von Studierenden der Universität Bielefeld aus Quellen im Staatsarchiv Detmold zusammengestellt wurde.

Als Einführung in diese Ausstellung mit regionalem Bezug wird am 12.3. um 19.30 Uhr Dr. Jörg von Norden im Vortragsraum der VHS einen Vortrag halten zu „Deserteure an der Heimatfront“.

Totenstille-Musik in Auschwitz

Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in der Realschule I

Detmold. Auf der einen Seite „Totenstille“ – auf der anderen Seite die Musik des Mädchenorchester Auschwitz. Der Kontrast zwischen der Stille und der Stimmen der Opfer steht im Mittelpunkt der diesjährigen zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ab 17 Uhr in der Aula der Realschule I.

Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 haben im Religionskurs, im Rhetorikkurs und dem Grafik-Design-Kurs sowie im Orchester und Chor gemeinsam die Text-Musik - Collage vorbereitet. Grundlage war dabei das Buch von Fania Fénelon Goldstein „Das Mädchenorchester in Auschwitz“ und der Bildband des Fotografen Dirk Reinartz „totenstill. Bilder aus den ehemaligen deutschen Konzentrationslagern.“ Fania Goldstein wurde 1922 als Tochter eines jüdischen Kaufmannes geboren. In Paris besuchte sie die Musikhochschule und arbeitete nebenbei nachts als Sängerin unter dem Pseudonym Fania Fénelon in Bars. Im Zweiten Weltkrieg unterstützte sie den Widerstand gegen die Nationalsozialisten und wurde ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie Mitglied des Mädchenorchesters von Auschwitz war. Später wurde sie nach Bergen-Belsen verlegt, wo sie 1945 befreit wurde. Die Schülerinnen und Schüler der Realschule wünschen sich, dass die Besucher der Gedenkfeier nach-denken und ge-denken und die Gedanken mitnehmen in unsere Gegenwart.

Die zentrale Gedenkfeier am 27. Januar ist – wie schon in den vergangenen 12 Jahren – der Auftakt für weitere Veranstaltungen, die der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedenken und die Erinnerung an die Greueltaten wach halten. Der Dank von Bürgermeister Rainer Heller in einem Pressegespäch galt insbesondere den Jugendlichen der Realschule I, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben und allen Veranstaltern für ihr Engagement.

Das komplette Programm wird ab Ende der Woche in der Tourist-Information im Rathaus am Markt und weiteren öffentlichen Einrichtungen ausliegen. Es kann bereits jetzt im Internet unter www.detmold de abgerufen werden.

Vortrag von Sarah Kass

"Kinderzeichnungen aus Theresienstadt"

Detmold. Zur Zeit des Nationalsozialismus diente die ehemalige Garnisonsstadt in der Nähe von Prag für mehr als 140.000 Menschen als Ghetto und wurde damit trauriger Teil der deutschen Geschichte. Unter diesen Menschen in Theresienstadt waren 15.000 Kinder. Ihre Zeichnungen, die sie dort angefertigt haben, sind für viele von ihnen das Einzige, was heute noch an sie erinnert. Erwartet man bei den Kinderzeichnungen aus Theresienstadt, dass sich das grausame Leben im Ghetto in den Zeichnungen widerspiegelt, so irrt man ...

„Kinderzeichnungen aus Theresienstadt“ heisst der Titel eines Vortrages von Sarah Kass, der am Mittwoch, dem 28. Januar in der Detmolder „SchlossWache“ um 19:30 Uhr beginnt. Die Veranstaltung gehört zum Rahmenprogramm des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus und wird von der Kulturinitiative Detmold in Kooperation mit dem Antifaschistischen Arbeitskreis Detmold, Arbeit und Lernen Detmold, dem Ökumenischen Friedensgebet Detmold und dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933 – 1945 organisiert. Sarah Kass hat an der Universität Paderborn Diplom-Pädagogik und Kunst mit dem Schwerpunkt Psychologie studiert und promoviert dort zur Zeit zum Thema "Kinderzeichnungen aus Theresienstadt" an der Fakultät für Kulturwissenschaften / Kunst an der Universität Paderborn. Mehr Informationen zum Gesamtprogramm aus Anlass des Gedenktages gibt es unter www.detmold.de

"ES IZ GEVEN A ZUMERTOG"

Das Wilnaer Ghetto im Spiegel seiner Lieder

Detmold. „Es iz geven a Zumertog“ heißt eine Text-Musik-Collage von Ulrich Raue und Roswitha Dasch, dass den Menschen im Wilnaer Ghetto zur Zeit der deutschen Besetzung Litauens gewidmet ist. Zu sehen und zu hören ist es im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Freitag, dem 30. Januar ab 19:30 Uhr in der Alten Schule am Wall.

Während der Aufstand im Warschauer Ghetto vielen Menschen ein Begriff ist, weiß man über das Ghetto in Wilna nur sehr wenig. Wilna wurde einst das Jerusalem Litauens genannt und galt bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als religiöses und literarisches Zentrum jüdischer Kultur. Anfang September wurde die jüdische Bevölkerung von den Nationalsozialisten in ein Ghetto gesperrt, das zwei Jahre später liquidiert wurde.

Die in Haltern geborene Musikerin Roswitha Dasch ist mehrfach nach Wilna gereist, um vor Ort mit Zeitzeugen zu sprechen und historische Hintergrundinformationen zur Geschichte des Ghettos zu erfahren. Ihre Eindrücke sind verarbeitet in der Text-Musik-Collage, die anhand von Zeitzeugenberichten, wichtigen geschichtliche Ereignissen und vor allem durch jiddische Lieder die Lebenssituation der jüdischen Bevölkerung im Wilnaer Ghetto näher bringt. Lieder, die von jüdischen Komponisten und Dichtern im Ghetto verfasst und von dem Pianisten Ulrich Raue für die Besetzung Klavier, Gesang und Violine arrangiert wurden. Gemeinsam spielen sie eine Musik, die den Menschen im Ghetto immer wieder Mut und Hoffnung gegeben hat.

Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es bei der Stadt Detmold unter der Telefonnummer 05231 / 977-646 oder unter www.detmold.de. Der Eintritt beträgt 5 Euro an der Abendkasse.