Bitte wählen Sie einen Inhaltsbereich:
Inhaltsbereich | Hauptnavigation | Hilfe | Schnellsuche |Ein wahrhaft lippischer Goldschatz
Troja und Schliemann, Mumien und Pyramiden. Große Namen und spektakuläre Orte kommen dem geschichtlich interessier-ten Bürger in den Sinn, wenn von Ausgrabungen die Rede ist. Dass auch eine Stadt wie Detmold für den Archäologen eine Fundgrube im wahrsten Sinne des Wortes sein kann, ahnen vermutlich nur die wenigsten.
Und doch ist es so. An den Tag gebracht hat es eine archäologische Bestandserhebung, die von 1997 bis 1999 im Stadtkern von Detmold durchgeführt wurde. Spannend, was sich da alles im Untergrund verbirgt! Zahlreiche Spuren früherer Gebäude - die Stadtgründung Detmolds wird auf 1265 datiert -, wurden ausgewertet. Es fanden sich baugeschichtlich bemerkenswerte Kellerkonstruktionen ebenso wie Hinweise auf jeweils gebräuchliche oder eher selten verwendete Materialien. Bei Grabungen anläßlich von Neu- und Umbauten stieß man auf lange Zeit verschüttete Mauern und Brunnen. Sogar ein Tunnel, dessen Zweck bis heute nicht geklärt ist, wurde entdeckt - und ein "Goldschatz" wahrhaft lippischen Ausmaßes.
Neun (!) Goldmünzen förderte man bei den Grabungen während der Umbauarbeiten am Grabbe-Haus in der Bruchstraße zutage. Die sind dort heute noch zu besichtigen, im jetzigen Café Gothland in einer effektvoll beleuchteten Mauervitrine auf der Empore. Aus der Plünderung der Habe französischer Soldaten, die kurzzeitig im Schloß logierten, sollen sie stammen. Wer nun neugierig geworden ist und mehr über das unterirdische Detmold wissen möchte: In seiner Schriftenreihe "Stadtentwicklung in Detmold" hat der Fachbereich Stadtentwicklung die Ergebnisse der archäologischen Bestandserhebung als Heft 3 mit dem Titel "Detmold unter Tage" veröffentlicht.