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Alte Schule am Wall

Zurück über die Grabbestraße, Ameide zum Bruchberg. Der Rundgang geht weiter über den mit alten Kastanien bestandenen Wall, vorbei an Villenbauten des späten 19. Jahrhunderts, an der "Alten Schule am Wall“ (ehemaliges Mädchengymnasium, heute u. a. Standesamt); gegenüber verläuft der Wallgraben, an dem für die einst eine kleine katholische Kirchengemeinde die ehemalige katholische Kirche (1851/52; Turm 1891; seit 1952 Altersheim) sowie eine schlichte Reihenhauszeile (1845)

Die den Wallgraben querende Freiligrathstraße öffnet den Blick in die Altstadt, auf die Rückseite des hohen Saalbaues (mittelalterliches Wohngeschoß) des Hauses Krumme Straße 32 und ­ über Ziegeldächer hinweg ­ auf die Erlöserkirche. Links und rechts führt ein kleiner Abstecher in die Bruchmauerstraße, entlang der noch erhaltenen Stadtmauer. Vorbei an reizvollen Kleinhäusern, einst Wohnstätten wenig bemittelter Bürger, zum Teil in den 70er/80er Jahren saniert und erneuert, zum Teil einer weiteren Sanierung bedürftig. Links erscheint der Turm der ehemaligen katholischen Kirche und auf der Stadtmauerkrone die Rückseite der Reihenhauszeile am Wallgraben. Die Krumme Straße durchzieht, dem Laufe der ehemaligen Stadtmauer folgend, im Bogen das südöstliche Viertel der Altstadt. Die Straße besteht aus zum Teil geschlossenen Folgen wohlerhaltener Fachwerkgiebelhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts und vermittelt ein gutes Bild vom ursprünglichen Aussehen der Hauptstraßen von Alt-Detmold.

Krumme Straße 40

Westlich der Einmündung der Straße Unter der Wehme besitzt die Krumme Straße einige der schönsten Exemplare des Detmolder Fachwerkbaues: Nr. 32, Vorderhaus von 1617, mit hohem, im

18. Jahrhundert angebauten Saalbau, dessen Dach am Straßendurchbruch zur Freiligrathstraße weit überragt (Restaurierung und Ausbau 1978); Nr. 36, 1607, reiche Ornamentschnitzerei, dreigeschossige Auslucht, Anfang des

18. Jahrhunderts vorgebaut; Nr. 40, nach einem Brand 1980/81 vom Putz befreit und grundlegend restauriert, Beschlagornamentik (Weserrenaissance) im Fachwerk, Inschrift aus 1634, Rekonstruktion einer ehemals vorhandenen "Utlucht"; Nr. 42, durch Inschrift am Torbalken datiert 1645, reiche Schnitzerei mit Motiven des Weberhandwerkes, mit Wellenbrand, Spiralen, Schuppen, stilisierten Ranken, Eierstab und Zahnschnitt; große Diele, 1980 grundlegend renoviert und umgebaut zu einer Gaststätte; Nr. 44, erbaut 1547, 1977 umgebaut zur Gaststätte, heute ältester Fachwerkbau der Stadt mit vorkragendem Giebelgeschoß auf spätgotischen Knaggen; Nr. 58, erbaut 1633 (Umbau um 1960), mit bemalten Schwellbalken; Nr. 60, um 1580, Schnitzerei mit gedrehten Bändern, Fächermotiv mit Rosen.

Freigelegtes Schnitzwerk-

Die nordwestliche Krumme Straße führt zur Bruchstraße zurück. Der Blick fällt auf das 1752/53 errichtete Geburtshaus des Dichters Christian Dietrich Grabbe (1801­1836; Nr. 27), Teil des ehemaligen Strafwerkhauses, in dem Grabbes Vater als Zuchtmeister wirkte (Fassadenumbau 1851). Das sich in der Tiefe bis fast zum Burggraben streckende Gebäude wurde 1988­1990, als funktionslos gewordenes Baudenkmal mit Landesmitteln gefördert, gründlich saniert und umgenutzt zu einer kulturellen Begegnungsstätte mit Studiobühne und Café, im Obergeschoß Grabbe-Archiv; während des Baues archäologische Funde und Ausgrabung von Vorgängerbauten, Reste im Keller sichtbar belassen (Zugang über das Café). In der Bruchstraße folgt links, an der Öffnung zum Burggraben, das kleine Fachwerkhaus Nr. 19 aus dem frühen 19. Jahrhundert (1978 von der Verschieferung befreit).

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