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Pressemitteilung der Stadt Detmold

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

„Wie war das damals?“

Detmold. Günther Ransenberg warf Schneebälle auf „arische Mädchen“. Er war 15 Jahre alt als er aus diesem Grund im KZ Niederhagen / Wewelsburg gehängt wurde. Bildnerisch aufgearbeitet hat Maik Zschach dieses Schicksal in Form einer Collage, die mit rund 30 weiteren Kunstwerken den Mittelpunkt der diesjährigen zentralen Feier am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Detmolder Stadtgymnasium bilden.

Ab 19 Uhr werden am 27. Januar die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 ihre Ergebnisse der ästhetischen Forschung aus dem Kunstunterricht zum Thema Nationalsozialismus vorstellen und die Frage auf persönliche Weise beantworten: „Wie war das damals?“ Betreut wurden die Jugendlichen von ihren Kunstlehrern Stefanie Baumann und Rainer Nummer sowie den Geschichtslehrern, die eigens die Unterrichtsinhalte für den Jahrgang 10 anpassten und so das fächerübergreifende Projekt ermöglichten. Dazu zählte ein Tagesseminar in der Dokumentationsstätte „Wewelsburg 1933-1945. Kult – und Terrorstätte der SS“, um sich nach einer historischen Einführung im Unterricht künstlerisch mit der Thematik weiter auseinanderzusetzen. Schulleiter Dr. Roland Clauß lobte die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl ihres Themas, die Entscheidung welche Mittel für die Umsetzung eingesetzt werden und das große Engagement, das über den Schulunterricht weit hinausging. Den musikalischen Rahmen der Gedenkveranstaltung bildet das Schulorchester unter der Leitung von Christiane Wortmann und Klaus Ernst, dass sich spontan entschlossen hat das Thema aus dem Film „Schindlers Liste“ zu erarbeiten und zu spielen.

Programm rund um den Gedenktag

Mit Ausstellungen, Vorträgen und Filmvorführungen wird das diesjährige Programm rund um den 27. Januar 2008 ergänzt. Über die einzelnen Veranstaltungen wird zeitnah berichtet werden. Telefonische Nachfragen beantwortet Petra Schröder-Heidrich unter der Telefonnummer 05231 / 977-646.

Das komplette Programm rund um den Gedenktag finden Sie hier:

Der kleine Herr Winterstein

Theaterlaboratorium Oldenburg

Dienstag 29. Januar um 19:30 Uhr

Aula Alte Schule am Wall

Ein Stück Verständnis

Für Kinder im Schulalter und Erwachsene

Plötzlich war er da. In meinem kleinen Zimmer stand er an meiner Schreibmaschine. Er kam aus meinen Gedanken, ist meine Romanfigur. Ich hatte gerade begonnen, ein Buch über ihn zu schreiben. Über Roman Winterstein, den berühmten jüdischen Geiger. Er erzählt mir seine Lebensgeschichte, und zusammen tauchen wir ein in das Berlin der 40er Jahre.

Ich lerne auch seinen Vater kennen, einen schrulligen Schirmfabrikanten. Schirme spielen eine große Rolle in Herrn Wintersteins Leben. Ich darf bei seinem legendären Konzert in Amsterdam dabei sein. Dort verliebt er sich in Rosa van den Glück, er erliegt dem unwiderstehlichen Charme ihrer direkten, holländischen Art. Welch ein Zufall: auch in Rosas Leben spielen Schirme eine wichtige Rolle. Zusammen gehen sie nach Berlin. Doch es ist unglaublich kalt geworden in Berlin...

Am Schluss geht er in mein Buch, und wir fühlen uns beide etwas freier. „Alles steht in den Büchern“, sagt Herr Winterstein. Zart und leise wird die Geschichte einer Andersartigkeit erzählt. Für Kinder eine erste, vorsichtige emotionale Berührung mit einem schwierigen Thema, welches exemplarisch an einem Schicksal festgemacht wird.

Für Erwachsene mehr als eine Erinnerung.

Für alle ein Stück hinreißendes Theater.

Präsentation des Films "Non dimenticare-gegen das Vergessen!

Dienstag 29. Januar um 17:00 Uhr

Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Es handelt sich um eine Dokumentation über die Zeit des mittlerweile in Detmold nicht mehr unbekannten Widerstandskämpfers Vittore Bocchetta aus Verona in den Konzentrationslagern Flossenbürg und Hersbruck in den beiden letzten Kriegsjahren und über sein Entkommen auf dem Todesmarsch im April 1945. Es ist beabsichtigt, diesen Film den Schulen als Unterrichtsergänzung in der Sekundarstufe II anzubieten.

Vittore Bocchettas Erlebnisse in diesen beiden Jahren und seine Erinnerungen als Zeitzeuge an diese unmenschlichen Erlebnisse sind ein exemplarisches Beispiel für das Schicksal der Häftlinge in deutschen Konzentrationslagern, das Menschen aus ganz Europa erleiden mussten.

Der Film ist eine Gemeinschaftsproduktion von IL PONTE – Brandenburgische Gesellschaft der Freunde Italiens e.V., Potsdam, und dem Freundeskreis „Non Dimenticare“. Realisiert wurde er in Kooperation mit der Stadt Detmold und der finanziellen Unterstützung der Sparkasse Detmold, der Bayerischen KZ-Gedenkstätten-Stiftung und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Lippe-Detmold e.V. Der Zusammenarbeit mit Vittore Bocchetta entsprang die seit 2005 bestehende Städtefreundschaft zwischen Verona und Detmold.

"Größte Härte-Verbrechen der Wehrmacht in Polen"

Politik-Gesellschaft-Umwelt_Seite_16-17.pdf

Lesung im Rathaus am Markt

Montag 4. Februar um 19:30 Uhr