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Hier erfahren Sie alles wissenswerte über Lippe und seine Einwohner.
Lippische Traditionen, liebenswerte Eigenheiten, Kuriositäten, Rezepte aus der Region und vieles mehr.
Der Name taucht erstmals auf, als die fränkischen Reichsannalen, eine in Klöstern geführte Chronik, über eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Sachsen und Franken berichten, die im Jahre 783 bei "Theotmalli" stattfand. Andere Schreibweisen der Chroniken sind: Thietmalli, Teotmala, Theotmelli, aber der Kern ist immer gleich: der Begriff "theot" für eine Menschengruppe, "Volk" einer bestimmten Region (aus dem gleichen Stamm die Begriffe "teut", auch "deutsch"), "mal" als Begriff für einen Versammlungsort dieser Gruppe.
Später wird der Begrif "Theotmalli" für das Gebiet dieser Gruppe verwendet, gewissermaßen den Gau "Theotmalli".Es handelt sich dabei um unsere Region, wobei aber das heutige Detmold noch nicht existierte. Hauptort war vermutlich Heiligenkirchen mit der ältesten Kirche des Gebiets.
Erst später entstand die Siedlung auf dem angeschwemmten Kiesgebiet der Mündung der Berlebecke, die dann zum Hauptort der Gegend wurde und dann auch ihren Namen "Detmold" bekam. Durch die Lange Straße ging der alte Postweg von Paderborn nach Lemgo, und hier war Übergang über die Werre. Stadtrecht (d.h. Marktrecht, Recht zur Selbstverteidigung = Mauer, Recht zur Selbstverwaltung = Ratsverfassung) erhielt Detmold dann in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, wohl um 1265, und seitdem wird der Name "Detmold", "Ditmolde" oder ähnlich nur noch für die Stadt verwendet.
Detmold stand aber noch drei Jahrhunderte lang im Schatten der anderen lippischen Städte, vor allem Blombergs und Lemgos; erst 1550 wurde es von Graf Simon III. als Residenz festgelegt, und seitdem hat es die anderen Städte überholt.
"Die Lipper sind wegen Prasserei ausgewiesene Schotten" - "Die Schotten
sind wegen Prasserei ausgewiesene Lipper" - beide Sprüche sind hier im
Umlauf, und beide so als geizig verleumdete "Volksstämme" haben etwas
gemeinsam: sie haben in landwirtschaftlich geprägten Gegenden gelebt, in
denen der Landbesitz überwiegend in den Händen größerer Bauern und des
Landadels war und die große Mehrheit der Bevölkerung mühsam als
Landarbeiter, Kleinbauern und Kättner ihr Leben fristete. Insbesondere
die Siedler in der Senne, die auch noch unter der mangelnden
Fruchtbarkeit des Sandbodens litten, mußten den Pfennig mehrfach
umdrehen, wenn sie denn überhaupt einen zum Umdrehen hatten. (Schottland
ist als Gebirgsregion ähnlich karg). Da kommt man ganz schnell in den
Geruch des "Geizes". Ich empfehle die Lektüre von Georg Werth, "die
Armen in der Senne", wo beschrieben wird, wie ein Bauer zu seinem schwer
kranken Vater mehrmals den Pastor für die Sterbegebete kommen lässt, in
der Hoffnung, der Pastor werde vielleicht angesichts der vor Hunger
weinenden Kinder in der Kate sein für den weiten Weg mitgebrachtes
Butterbrot dalassen... Schließlich, als gar nichts mehr hilft, löst der
Jungbauer heimlich ein Brett in der Wand hinter dem Lager des Kranken,
damit der Altbauer nachts erfriert und der Jungbauer mit den Kindern die
unrentable Hofstelle verlassen und in die großen Städte als
Industriearbeiter oder auch nur zum Betteln ziehen kann. Nach Ansicht
der Historiker ist diese Schilderung keineswegs übertrieben.
Bekannt ist ja auch das Schicksal der zahlreichen Wanderarbeiter aus
Lippe, die sich den Sommer über als Ziegler bis nach Holland verdingten,
um die Familie zu hause über den Winter zu bringen. Meine Nachbarin, 84
Jahre alt, erzählt, dass ihre Mutter aus den Zutaten für das Lippische
Nationalgericht "Pickert", die sie heute für 4 Personen verwendet,
Pickert für 12 Personen gebacken habe... Jemandem, der besser betucht
war, mag diese notgedrungene Sparsamkeit wie Geiz vorgekommen sein.
Aber noch was etwas weniger deprimierendes: "Wer hat den Kupferdraht
erfunden?" "Das waren die Lipper. Die haben den Kupferpfennig so lange
umgedreht, das da Draht von geworden ist."